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Das bisschen Haushalt … Was tun, wenn dein Mann dich nicht unterstützt?


 


Nehmen wir an, du lebst in einer Partnerschaft mit eher klassischer Rollenverteilung: Dein Mann geht in Vollzeit arbeiten und verdient den Hauptteil eures Familieneinkommens und du arbeitest Teilzeit und kümmerst dich zusätzlich um Haushalt und Kinder.


Idealerweise habt ihr gemeinsam entschieden, wie die Aufgaben zuhause verteilt sein sollen. Und idealerweise fühlt sich diese Aufgabenverteilung für dich auch gerecht an.


Doch was ist, wenn du das Gefühl hast, hierbei den Kürzeren gezogen zu haben und der Großteil der Arbeit an dir hängenbleibt? Was ist, wenn du den Wunsch hast, dich beruflich weiterzuentwickeln und euer bisheriges Modell nicht mehr funktioniert? Was ist, wenn du dich erschöpft und überfordert fühlst, während du Job, Kinder und Haushalt managest?





Zunächst einmal: Ich fühle mit dir. Natürlich sollte dein Partner ebenso Verantwortung für Kinder und Haushalt übernehmen. Immerhin leben wir im Jahr 2022. Und natürlich solltet ihr euch gegenseitig unterstützen - ein großer Vorteil vom Leben in Partnerschaft.


Im Folgenden gebe ich dir eine Strategie an die Hand, was du tun kannst, wenn das in deiner Beziehung (noch) nicht so sein sollte.



Wie es NICHT funktioniert


Lass mich zunächst damit starten, wie es NICHT funktioniert:


Vielleicht kommen dir folgende Szenarien bekannt vor?


  • Du beschwerst dich, da dein Partner seine Aufgabe noch nicht wie abgesprochen erledigt hat und machst sie schließlich entnervt selbst.

  • Dir gefällt nicht, wie er eine Aufgabe erfüllt hat und du besserst daher nach.

  • Du frisst deinen Ärger und Groll darüber, dass alles an dir hängenbleibt, in dich hinein, sagst nichts, aber dein Gesicht spricht Bände.


Diese Reaktionen sind typisch und menschlich. Das Problem dabei:


Sie motivieren deinen Partner nicht, dich mehr zu unterstützen. Im Gegenteil. Diese Reaktionen könnten von deinem Mann als kontrollierend und manipulativ wahrgenommen werden. So kann es passieren, dass er dir sogar immer weniger hilft. Warum? Er fühlt sich durch dich kritisiert und fremdgesteuert.



Wir können andere nicht kontrollieren


Bitte merken: Wir können andere Menschen nicht kontrollieren (so gern wir es auch möchten). Kontrolle löst häufig einen inneren Widerstand in uns aus: Nun erst recht nicht.


Der Weg zu mehr Unterstützung durch deinen Partner führt daher NICHT über Manipulation und Kontrolle. Lies auch passend zum Thema meinen Blogartikel "Die beleidigte Leberwurst und andere Wege, wie Frauen ihren Partner manipulieren“. Groll, Meckern und Beschweren sind nicht hilfreich, wenn wir andere motivieren möchten, etwas zu tun.



Betrachte es spielerisch


Wecke stattdessen deine Kreativität und deinen Sinn fürs Spielerische.


Frage dich: „Wie kann ich es schaffen, meinen Mann positiv zu inspirieren? Möge der Spaß beginnen!“


Das wird dir helfen, zukünftig Ärger und Groll zu reduzieren. Motiviert, selbstbewusst und offen startest du deine neue Mission Possible: „Mein helfender und unterstützender Partner“ (Titel jederzeit änderbar).



Option 1: Starte deine Mission


Was könnte nun ein erster Schritt auf deiner neuen Mission sein?


Überprüfe zunächst: Hast du WIRKLICH schon alles dafür getan hast, deinen Partner positiv zu inspirieren?


Wann hast du ihn zuletzt um Hilfe gebeten?


Hast du schon probiert, ihm ganz konkrete Schritte zu benennen, was er tun kann? Manchmal ist das hilfreich.


Oft reicht es nicht aus, deinen Partner nur einmal zu bitten. Hast du deine Bitte bereits wiederholt? Gern auch jeden Tag.


Bleibe experimentierfreudig. Bleibe kreativ. Bleibe offen für neue Ideen. Solange, bis etwas funktioniert.


Und dann feiere deinen Erfolg. Auch wenn er noch so klein ist.


Und vergiss nicht, deinem Partner für seine Unterstützung zu danken. Denn es ist nicht zielführend, seine Unterstützung als selbstverständlich anzusehen oder zu denken, dass dir ja auch niemand dankt.



Option 2: Du musst gar nichts


Sollte dein Mann dich trotz deiner Bitte(n) nicht unterstützen wollen, hast du eine weitere Option:


Du musst die Aufgabe ebenso nicht machen. Lass sie einfach sein. Du MUSST gar nichts.


Du könntest dich sogar entscheiden, einfach aus der Tür zu gehen und nie wieder zurück zu kommen. Nur rein hypothetisch natürlich.


Doch wenn du dich entschieden hast, zu bleiben UND wenn du möchtest, dass eine bestimmte Aufgabe erledigt ist UND wenn du das Verhalten deines Partners nicht kontrollieren kannst, dann probiere Folgendes:



Option 3: Raus aus der Opferrolle


Nimm ein Blatt Papier und brainstorme Ideen:


„Wie kann ich es mir noch leichter machen? Wie kann ich mich noch mehr entlasten?“


Sei kreativ.


Hör erst auf, wenn du mindestens 20 Ideen aufgeschrieben hast.


Es gibt zum Beispiel immer eine Alternative zum Abendessen kochen: Cornflakes. ;-)


Gibt es eine weitere Person, die du um Hilfe bitten könntest?

Könntet ihr eine Putzhilfe engagieren?


Hier darf dein Gehirn sich mal so richtig austoben. Glaube daran, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt und du einen Weg findest. Komm raus aus der Opferrolle und rein in die Selbstverantwortung.



Option 4: Die letzte Möglichkeit


Schließlich kannst du noch folgende letzte Option wählen:


Du machst die Aufgaben weiterhin selbst, aber mit einem anderen Gefühl dahinter. Statt Groll, Ärger oder Überforderung zu fühlen, während du die Hausarbeit erledigst, könntest du aktiv ein neues Gefühl kreieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Mitgefühl, Erfüllung oder Dankbarkeit?


"Groll ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Feind stirbt."

Wie das funktioniert? Nun, allein durch die Kraft deiner Gedanken. Finde neue Gedanken, die dich ein positiveres Gefühl fühlen lassen, während du die notwendigen Aufgaben erledigst. Es ist ganz einfach. Hier ein paar Vorschläge:


„Die Menge an herumliegenden Sachen zeigt mir, wie viel wundervolles Leben in meinem Haus steckt.“ (Dankbarkeit)

Ich liebe es, für mich und meine großartige Familie zu sorgen und uns ein nahrhaftes Essen zuzubereiten.“ (Erfüllung).

„In dieser Familie gibt jeder sein Bestes.“ (Mitgefühl)


Du machst also nichts anders als sonst. Der Unterschied liegt allein darin, dass du die Aufgaben nun mit Gefühlen erledigst, welche dir Energie schenken anstatt Kraft zu rauben.


Die letzte Zutat: Geduld


Dies ist alles, was du brauchst. Mehr Optionen gibt es nicht. Das ist die Strategie.


Jetzt heißt es nur noch: Loslaufen und üben, üben, üben.


Dein Partner wird sich nicht von heute auf morgen ändern. Bleibe daher geduldig. Doch wenn du es schaffst dranzubleiben, wirst du irgendwann Zeuge eines Wunders werden:


Heute ist mein Mann meine größte Stütze und hält mir den Rücken frei, wenn es bei mir mal wieder etwas turbulenter ist: Er schmeißt den Haushalt, lernt mit den Kindern, geht zu Elternabenden oder zum Kinderarzt, organisiert Urlaube und Freizeitaktivitäten, repariert Dinge, kauft Kindersachen, …


Allerdings habe ich nun ein neues Problem: Was tut die Frau, wenn sich irgendwann der Mann beschwert, dass alles an ihm hängenbleibt? Doch dazu ein andermal mehr. :-)




Über die Autorin



Hi, ich bin Katrin Mähler. Als Psychologin und Paartherapeutin arbeite ich online als Beziehungscoach und zeige Frauen im 1:1-Gespräch, wie sie wieder Erfüllung in ihrer Partnerschaft finden können. Mit meinem Mann und meinen beiden Kindern lebe ich in meiner Wahlheimat Dresden. Ich liebe Kaffee und Schokolade und bin bekennender Serien-Junkie. Mehr zu meinem Coachingprogramm erfährst du hier. Folge mir auch gern auf Instagram.