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Bei Geld hört die Liebe auf? 3 mutige Ideen, um nie wieder über Finanzen zu streiten


 


"Bei Geld hört die Freundschaft auf.“, besagt ein Sprichwort. Auch die Liebe?


Wann hast du dich das letzte Mal mit deinem Partner über Geld gestritten?


Vielleicht warf er dir einen vielsagenden Blick zu, als du vom letzten Großeinkauf im Drogeriemarkt zurückkamst.


Oder du hast ihn wiederholt daran erinnert, dass er sich doch schon lange einen besser bezahlten Job suchen wollte.


Streitanlässe sind vielfältig.


Dabei geht es Paaren finanziell in der Regel deutlich besser als Singles. Warum führt Geld dann aber so häufig zu Streit und Diskussionen in Beziehungen?





Meine Erfahrung ist, dass dahinter andere Themen versteckt liegen. Finanzkonflikte sind nur ein Symptom eines anderen Problems. Und wenn du dieses geklärt hast, dann wird es auch keine nervigen Diskussionen mehr geben.


Folgende 3 gewagte Schritte kannst du gehen, um Konflikte über Finanzen in deiner Beziehung ein für alle Mal zu beenden:



Schritt 1: Konzentriere dich auf das, was du hast und nicht auf das, was du nicht hast


Eine wesentliche Konfliktursache bei Streit ums Geld ist der Gedanke, dass nicht genug Geld da sei. Es herrscht ein Gefühl des Mangels. Sorgen und Ängste führen zu immer wiederkehrenden Diskussionen.


Wenn es Konflikte ums Geld gibt, ist mindestens ein Partner in einem Mangelgefühl. Nicht selten auch beide.


Vielleicht denkst du jetzt, dass du dieses Mangelgefühl und diese Sorgen nicht hättest, wenn dein Partner weniger Geld ausgeben oder mehr verdienen würde. Dann könntest du dich sicher fühlen. Dann wäre genug da. Dann wärst du zufrieden.


Doch das muss nicht sein. Es soll auch reiche Menschen geben, die immer noch denken, nicht genug zu haben. Die sich im Mangel befinden.


Mangelgefühl ist mehr ein Thema des Mindsets als des Kontostandes.


Statt also die äußeren Bedingungen zu ändern und mehr Geld zu haben, reicht es aus, wenn du dein Denken änderst. So kommst du aus dem Gefühl des Mangels heraus. Unser Denken kreiert unsere Gefühle. Das sind gute Nachrichten, denn so kannst du schon jetzt in die Fülle gehen - unabhängig davon, was dein Kontostand anzeigt oder was dein Partner tut oder nicht.


Probiere es gleich aus und stelle dir folgende Fragen:


  • Angenommen, du könntest glauben, dass du IN DIESEM MOMENT alles hast, was du JETZT brauchst. Welches Gefühl entsteht in dir?

  • Angenommen, du kannst die Fülle sehen, in der du schon JETZT lebst. Was spürst du?


Kleiner Ausflug ins Money Mindset Coaching


Wäre ich Money Mindset Coach, würde ich dir sagen, dass sich das vermehrt, worauf du deinen Fokus richtest.


Fokussierst du dich auf Mangel und darauf, was du NICHT hast, erhältst du mehr davon. Mehr von NICHTS.


Wenn es dir stattdessen gelingt, dich auf deinen Reichtum und deine Fülle zu fokussieren, dann wird Geld zu dir fließen.


Du weißt zwar noch nicht WIE, doch du richtest deinen Fokus darauf aus.


Aus Angst wird Vertrauen. Du vertraust darauf, dass sich eine Lösung finden wird.


Vielleicht glaubst du nicht an die Kraft eines Money Mindsets. Das ist auch okay. Aber glaube mir Folgendes: Aus einer erfüllten inneren Haltung heraus lassen sich viel konstruktivere Paargespräche über Finanzen führen. Und diese enden dann auch nicht im Streit.


Übe diese innere Haltung, indem du dir täglich bewusst machst, was du schon JETZT alles besitzt. Hierfür eignet sich ein Dankbarkeitsritual wunderbar. So geht‘s:


  1. Schließe gern deine Augen.

  2. Frage dich: Wofür bin ich heute dankbar?

  3. Fühle das Gefühl der Fülle, welches jetzt in dir entsteht. Wichtig!!! FÜHLE in dieses Gefühl hinein!

  4. Atme und genieße es noch ein paar Minuten.


Denke stets daran:


Sich reich fühlen und reich sein sind eigentlich ein und dasselbe.



Schritt 2: Legt all eure Finanzen zusammen


Ja, ich weiß. Dieser Schritt braucht viel Mut. Denn er verlangt Vertrauen und das Loslassen von Ängsten.


Du hast noch ein separates Bankkonto, auf welches allein du Zugriff hast? Dann stell dir folgende Fragen:


  • Gibt es einen guten Grund, der nicht eine Form von Angst ist, um an diesem Konto festzuhalten?

  • Angenommen, du würdest dieses Konto heute auflösen, wie würdest du dich fühlen? Abhängig, kontrolliert oder besorgt?

  • Welches Gefühl gibt dir das Wissen um dein eigenes Konto? Fühlst du dich dadurch unabhängiger, freier und sicherer?


Kannst du die Angst in deinen Antworten sehen? Wo bist du noch nicht vollständig im Vertrauen und in der Fülle?


Um Vertrauen, Commitment und Verbundenheit in deiner Partnerschaft wachsen zu lassen, kann es sehr hilfreich sein, dich von deinen Ängsten zu lösen.


Dabei ist nicht relevant, ob ihr ein einziges Konto führt oder ein gemeinsames Mehr-Konten-Modell wählt, wie es die Finanzgurus empfehlen würden. Entscheidend ist, dass ihr beide jederzeit Zugriff auf ALL EUER Geld habt. So fördert ihr absolute Transparenz und gegenseitiges Vertrauen.


Puh! Ein heftiger Schritt, nicht wahr?


Es ist durchaus okay, wenn du ihn noch nicht gehen kannst. Folgenden Zwischenschritt haben mein Mann und ich vor vielen Jahren gewählt:



Zwischenschritt für alle Vorsichtigen


Ihr führt zusätzlich zum gemeinsamen Gehaltskonto noch zwei weitere separate Konten, auf welche ihr euch monatlich per Dauerauftrag eine feste Summe Taschengeld überweist. Von diesem Konto kaufst du dann zum Beispiel Geburtstagsgeschenke für deinen Partner oder gönnst dir mal etwas nur für dich.


(Beachte! Dein Verdienst geht in diesem Modell auf das gemeinsame Bankkonto ein, nicht auf dein Taschengeldkonto - ein kleiner feiner Unterschied zum häufig gewählten Modell mit zwei separaten Gehaltskonten und einem gemeinsamen Familienkonto.)


Zwar sehe ich auch in diesem Kontomodell noch eine kleine Hintertür zur Angst. Aber es ist okay, wenn du dir diese noch offenhältst. Gut ist, wenn du dir dessen bewusst bist. Es ist ein Zwischenschritt. Du bist dann noch nicht vollständig in Vertrauen und Fülle.


Und ob du es willst oder nicht, dein Partner kann das spüren. Auch ohne Worte fühlt er, dass du ihm und eurer Beziehung noch nicht vollkommen vertraust. Dies steht dem Gefühl von Nähe und Verbundenheit entgegen und kann zu mehr Distanz zwischen euch führen.


Wenn es euch stattdessen gelingt, vollständig zu vertrauen und alles Geld zusammenzulegen, wird am Ende nicht nur eure Verbundenheit sondern auch die Summe auf eurem Bankkonto wachsen. Dies würde zumindest der Money Mindset Coach sagen:


Fokussiere dich auf Fülle. Vertraue darauf, dass sich vermehren wird, was schon da ist.


Solltest du diesen Schritt noch nicht wagen wollen, ist das auch völlig okay. Aber es lohnt sich, mal darüber nachzudenken, warum nicht:


  • Welche Gedanken hast du dazu?

  • Warum möchtest du dein eigenes Bankkonto behalten?

  • Und was macht das mit den Gefühlen von Verbundenheit, Vertrauen und Commitment in deiner Beziehung?


Schritt 3: Mach deinen Mann zu eurem Finanzmanager


Kann sein, dass dir der folgende dritte Schritt am schwersten fällt:


Mach deinen Partner zu eurem Finanzmanager.


Vielleicht meinst du, dass dein Mann nicht gut mit Geld umgehen könne. Vielleicht hast du Sorge, so niemals auf einen grünen Zweig zu kommen. Doch gerade dann empfehle ich dir, die Kontrolle über die Finanzen weitestgehend ihm zu übertragen.


Ich höre dich schon sagen: „Katrin! Bist du verrückt? Du kennst meinen Mann nicht. Das wird nie funktionieren.“ Glaub mir, als selbstbewusste emanzipierte Frau kann ich dich sehr gut verstehen.


Dennoch könnte es einen Versuch wert sein. Ich selbst bin diesen Schritt vor vielen Jahren gegangen und habe das Wunder live erleben dürfen.


(Wenn dein Partner eine Suchterkrankung oder eine andere schwere psychische Erkrankung haben sollte oder du körperliche Gewalt und Betrug in deiner Beziehung kennst, rate ich dir allerdings von diesem Schritt ab. Lies dann gern auch hier weiter.)


Gelingt dir das Abgeben des Finanzmanagements an deinen Mann, so …


  • … wird er sich seiner Verantwortung über die finanzielle Situation der Familie stärker bewusst.

  • … fühlt er sich in seiner Rolle als Versorger bestätigt, wodurch sein Männerbild gestärkt wird.


Dies kann dann folgende positive Auswirkungen haben:


  • Er schaut sich plötzlich nach einem neuen und besser bezahlten Job um.

  • Er lernt neue Methoden, um Geld lukrativ für euch anzulegen.

  • Er übernimmt auch mehr Verantwortung in anderen Bereichen eures Familienalltags.


Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Schritt ein tradiertes Rollenbild einer patriarchalischen Gesellschaft unterstützt. Aber was soll ich sagen? Es funktioniert eben.


Und ganz persönlich bin ich der Meinung, dass eine Partnerschaft nicht der Austragungsort des feministischen Freiheitskampfes der Frauen sein sollte. Kampf führt zu Distanz statt zu Nähe. In einer Beziehung sollte es vorrangig um Liebe und Vertrauen gehen.


Solltest du als Frau nach Freiheit und Unabhängigkeit streben? Ja, unbedingt!!! Aber pass auf, dass du dabei nicht versehentlich in den Kampf gegen deinen eigenen Partner trittst.


Ihr seid ein Team und verfolgt am Ende dieselben Ziele. Ihr beide wollt ein glückliches und erfülltes Leben leben. Vergiss das nie.


Ich sehe es gern so: Ich habe das Finanzmanagement einfach an meinen Mann delegiert. So habe ich mehr Zeit und Energie für andere Dinge.



Bonus: Den Turbo einschalten


Wenn du magst, schalte dann gern noch den Turbo ein:


Danke ihm dafür, dass er eure Finanzen so gut regelt und für euch sorgt.


Ich kenne keinen Mann, dem diese Art von Anerkennung nicht gefallen würde. Hier spielen ebenfalls die alten patriarchalischen Sozialisationsmuster eine Rolle. Und warum solltest du diese nicht FÜR dich nutzen anstatt ständig dagegen anzukämpfen?


Schließen möchte ich mit einem Zitat von Stephanie Raiser, der sogenannten „Millionärin von nebenan“:


„Ich verdiene das Geld und mein Mann vermehrt es.“


Gern würde ich Stephanie einmal fragen, inwiefern diese Haltung auch zu ihrem grandiosen Erfolg beigetragen hat.


Denn Erfolg beginnt im Kopf. Und das Thema Finanzen ist ein wunderbares Übungsfeld, um dein Mindset neu auszurichten: weg von Angst, hin zu Vertrauen.




Über die Autorin



Hi, ich bin Katrin Mähler. Als Psychologin und Paartherapeutin arbeite ich online als Beziehungscoach und zeige Frauen im 1:1-Gespräch, wie sie wieder Erfüllung in ihrer Partnerschaft finden können. Mit meinem Mann und meinen beiden Kindern lebe ich in meiner Wahlheimat Dresden. Ich liebe Kaffee und Schokolade und bin bekennender Serien-Junkie. Mehr zu meinem Coachingprogramm erfährst du hier. Folge mir auch gern auf Instagram.