Suche

Frustfreie Feiertage – Wie du Streit am Weihnachtsbaum vermeiden kannst


 

Weihnachten steht vor der Tür. Das Fest der Liebe. Harmonisch sollte es zugehen. Friede und Freude überall.


Streit am Weihnachtsbaum möchte niemand.


Die gute Nachricht ist: Damit dieser Wunsch auch Wirklichkeit wird, kannst du schon jetzt etwas tun. Beginne am besten gleich heute.



Streit am Weihnachtsbaum verhindern

Wie kannst du dich auf die Feiertage vorbereiten, um Konflikte zu vermeiden und Weihnachten zu einem harmonischen Familienfest zu gestalten?


Wie kannst du entspannt und gelassen den Launen deines Partners oder der Verwandtschaft gegenübertreten?


Folge dafür diesen 3 Schritten:



Schritt 1: Pause


Reagiere nicht zu schnell, wenn du emotional geladen bist.


Sollte dein Partner oder ein anderes Familienmitglied etwas sagen, das dich ärgert oder wütend macht, dann antworte nicht zu früh. Beurteile zunächst auf einer Skala von 1 bis 10, wie wütend du gerade bist. Wie emotional geladen bist du?


Dabei bedeutet 1 „absolut ruhig und gelassen“ und 10 „extrem wütend und geladen“.


Woran erkennst du, dass du emotional sehr geladen bist?


  • Dir ist dann egal, was dein Partner oder Verwandter gerade fühlt und möchte.

  • Du möchtest unbedingt DEINE Wahrheit und DEINE Perspektive durchsetzen.

  • Du möchtest deutlich machen, wie DU dich gerade fühlst und was DU gerade denkst.

  • Du beginnst, dich zu erklären und deinen Standunkt zu rechtfertigen.


Was meinst du, wie erfolgreich wirst du damit sein? Welches Ergebnis erreichst du mit diesem Verhalten?


Meine Empfehlung:


Solltest du auf der Skala bei 6 und höher liegen, dann sage zunächst am besten gar nichts. Du siehst gerade rot. Dein Gehirn spielt verrückt. Jedes weitere Wort könnte jetzt zu einem heftigen Streit führen. Denn du bist im Verteidigungsmodus und das bedeutet für dich Kampf oder Flucht. Nicht immer die beste Reaktion. Gehe stattdessen zu Schritt 2 über.



Schritt 2: Atme


Versuche, langsam wieder runterzukommen.


Was dabei hilft? Spüre zunächst einfach nur deinem Gefühl nach. Mehr nicht.


Erlaube dir, das negative Gefühl von Wut, Ärger, Empörung, Frustration, Schuld oder Scham zu fühlen.


Sage zur dir: ‚Ich fühle …‘.


Fühle es in deinem Körper.


Aber reagiere nicht darauf.


In der Regel verfliegt das Gefühl recht schnell, wenn wir ihm Beachtung schenken und es nicht wegdrücken.


Sage dann gern zu deiner Familie: „Entschuldigung, ich muss mich kurz sammeln. Ich bin gleich wieder da.“ Verlasse den Raum, wenn du das brauchst. Nimm dir Zeit und Ruhe zum Fühlen.


Du erlebst ein ganz normales menschliches Gefühl. Nichts läuft verkehrt.



Schritt 3: Denke


Wähle bewusst neue hilfreichere Gedanken.


Wusstest du, dass du die Kontrolle über deine Gefühle zurückgewinnen kannst, indem du bewusst deine Gedanken in eine andere Richtung lenkst?


Hier setzt Mindset-Training an. Erwarte nicht, dass dir dies sofort perfekt gelingt. Es braucht in der Regel etwas Übung.


Starte damit, dass du dir schon jetzt überlegst, was bei euch typische Streitthemen am Weihnachtsbaum sein könnten:


  • Worüber habt ihr bereits in den vergangenen Jahren heftig diskutiert?

  • Was regt dich am meisten an einer Person auf?

  • Welche Vorwürfe könnten kommen?


Sei vorbereitet.


Eine meiner Lieblings-Mindset-Techniken ist folgende:


Beginne einen neuen Gedanken zu kreieren, indem du zu dir selbst sagst: NATÜRLICH reagiert er/sie so, weil …‘

Beispiel: Deine Schwiegermutter kritisiert deinen Erziehungsstil und mischt sich ein, während du gerade mit deinem Kind redest.


Du denkst dir dann in dieser Situation: ‚NATÜRLICH reagiert sie jetzt so. Sie ist vollkommen anders aufgewachsen als ich und lebt daher auch andere Werte. Nun ist die besorgt darüber, dass es ihren Enkeln nicht gut gehen könnte. Ich verstehe ihre Sorge. So geht es vielen Großmüttern.‘


Sofort wirst du etwas weniger Wut und Ärger spüren. Du nimmst die Worte deiner Schwiegermutter nicht als Angriff wahr. Du fällst nicht sofort in den Verteidigungsmodus Kampf oder Flucht.


Und mal ehrlich: Sagen ihre Worte nicht mehr über sie als über dich aus? Finde heraus, was du so über sie erfahren kannst.


Zeige Neugier.


Zeige Mitgefühl.


Zeige Verständnis.


Du möchtest, dass andere Menschen auch dir gegenüber Verständnis zeigen?


Dann geh mit gutem Beispiel voran und möglicherweise werden die anderen irgendwann folgen. Eine Garantie dafür gibt es nicht, aber du erschaffst so eine größere Chance. Und das ist ja schonmal was, oder?


Ein anderes Beispiel: Ihr wollt am Heiligen Abend rechtzeitig in der Kirche sein, um noch einen guten Platz zu ergattern. Dein Partner beschwert sich nun darüber, dass du und die Kinder nicht pünktlich fertig sind. Wütend lässt er euch im Flur stehen und geht allein los.


Du kannst nun denken: NATÜRLICH ist er jetzt sauer auf uns. Er ist angespannt durch den Stress der letzten Tage und er wünscht sich einen perfekten Weihnachtsabend, so wie ich auch. Nun hat er Sorge, dass wir in der Kirche keinen Platz bekommen und sucht einen Schuldigen. Das macht sein Gehirn automatisch. Das hat nichts mit mir zu tun.‘


Sein Verhalten sagt dir mehr über ihn als über dich.


Lenke deine Gedanken in eine Richtung, die es dir ermöglicht, von Wut und Ärger zu Neugier, Mitgefühl und Verständnis zu gehen.



Ich fasse zusammen:


Erwarte kein anderes Verhalten deiner Lieben an Weihnachten. Gehe davon aus, dass sie so sein werden, wie sie immer waren.


Aber du kannst dich vorbereiten.


Du kannst lernen, die Kontrolle über deine Gedanken und Gefühle zu behalten. Du kannst im Voraus entscheiden, wie du denken, fühlen und reagieren möchtest, wenn sich jemand nicht so verhält, wie du es dir wünschst.


Hör auf, einfach nur zu hoffen, dass schon alles gutgehen wird.


Hör auf, andere Menschen dazu bringen zu wollen, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten.


Hör auf, negative Gefühle um jeden Preis zu vermeiden.


Stattdessen lerne, auch negative Gefühle anzunehmen. Versuche, nicht sofort darauf zu reagieren. Übe neue Gedanken im Voraus, die dir helfen, dich in bestimmten Situationen selbst zu beruhigen.


Glaub mir, so erreichst du viel mehr als durch den üblichen Kampf- oder Fluchtmodus.


Die Adventszeit ist eine wundervolle Gelegenheit, um dein Beziehungs-Mindset zu trainieren. Wenn du noch einen Personal Trainer suchst – ich stehe zur Verfügung. ;-)



Über die Autorin


Hi, ich bin Katrin Mähler. Als Psychologin und Paartherapeutin arbeite ich online als Beziehungscoach und zeige Frauen im 1:1-Gespräch, wie sie wieder Erfüllung in ihrer Partnerschaft finden können.


Mit meinem Mann und meinen beiden Kindern lebe ich in meiner Wahlheimat Dresden.


Ich liebe Kaffee und Schokolade und bin bekennender Serien-Junkie.


Mehr zu meinem Coachingprogramm erfährst du hier.


Folge mir auch gern auf Instagram.